Gustav-Heinemann-Schule Hagen

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Unsere Schülerfirma

Jeden Freitag ist an der Gustav-Heinemann-Schule in Eilpe ein besonderer Schultag.

Anstelle des "normalen Unterrichts" findet in der Schule für alle Schülerinnen und Schüler der Berufspraxisstufe die so genannte Schülerfirma statt. Diese trägt den Namen „Die Heinemänner S.A.G“ und wird als Aktiengesellschaft geführt. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiten in verschieden Bereichen dieser Firma: Bügeln und Nähen, Backen, Service und Reparatur, Ton /Gießkeramik, Garten, Wäsche, manuelle Fertigung und Büro /Verwaltung.

Die Schülerinnen und Schüler der Berufspraxisstufe arbeiten für ein ganzes Schuljahr immer freitags von 8.45 – 10.00 Uhr und 10.45-12.00 Uhr in der Schülerfirma. Sie suchen sich am Anfang eines Schuljahres einen Arbeitsbereich aus, schreiben eine Bewerbung und führen mit dem Gruppenleiter ein Vorstellungsgespräch. Danach füllen sie einen Arbeitsvertrag aus.

Wir sind eine günstige Firma, die sorgfältig arbeitet. Wir arbeiten für alle und jeder Bereich freut sich darauf, wenn er neue Kunden bekommt.

 

Zeitungsartikel der WR Hagen, 24.09.2010, von Björn Josten

Die Gustav-Heinemann-Schule gewann den Schulpreis "Zukunft fördern" von Partner für Schule in NRW über 7 500 Euro. Schülerfirma "Die Heinemänner SAG", Abteilung "Service und Reperatur".



Oberhagen. Kunstvoll verzierte Muffins stehen zum Abkühlen auf der Fensterbank, Zuckerguss köchelt auf dem Herd. Doch dafür haben die Gustav-Heinemann-Schüler aus der Backabteilung der Schülerfirma kein Auge. Schließlich gilt es, eine Hochzeitstorte fertigzustellen.

Solche Aufträge sind keine Seltenheit und auch gewollt. „Unsere Firma soll die Schüler an das Arbeitsleben gewöhnen“, sagt Schulleiterin Verena Lange. Für ihre Schülerfirma „Die Heinemänner SAG“ wurde die Förderschule nun mit dem Schulpreis „Zukunft fördern“ in Höhe von 7 500€ ausgezeichnet. Das Konzept sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler vom allgemeinen Unterricht befreit sind und stattdessen als Mitarbeiter der Schülerfirma arbeiten. „Dazu mussten sie sich sogar ganz normal bewerben“, so Lange. Aufgeteilt ist die Firma in sechs Abteilungen: Backen, Fahrrad, Service und Reparatur, Garten, Bügeln und Büro. In diesen Feldern sollen die Jugendlichen lebenspraktische und soziale Kompetenzen erwerben sowie natürlich fachliche Grundfähigkeiten. Dafür gibt es einen entsprechenden Vermerk auf dem Zeugnis.

Eine richtige Brücke ins Arbeitsleben ist das freilich nicht. „Wir müssen uns nichts vormachen, die meisten unserer Schüler wechseln nach ihrer Schulzeit hier zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung“, so Lange. Es bleibt die Hoffnung, dass zukünftig mehr Heinemannschüler auf dem freien Arbeitsmarkt unterkommen. „Manchmal klappt das schon jetzt, wir suchen ständig nach Nischen“, so Lange.

Gestern war ein besonderer Tag für einige Mitarbeiter der Schülerfirma. Auf dem Plan stand Fortbildung. „Es geht um Selbstpräsentation unter dem Motto ‘Ich kann gut...’ und Konfliktlösungsstrategien“, sagt Sonja Sieling, die als Betreuungslehrerin im Vorstand der Schülerfirma ist. Diese Fortbildung wurde aus dem Preisgeld finanziert, das ausdrücklich auch für solche Zwecke eingesetzt werden muss.

Während im Erdgeschoss die Backgruppe mit ihrer Hochzeitstorte beschäftigt war, werkelten um Untergeschoss einige Jungs an einem Möbelstück. „Wir bauen einen Schrank mit Schubladen“, erklärt Umut. Eine Schublade war schon fertig, die zweite wurde gerade verleimt. „Der Schrank ist für unsere Buchhaltungsabteilung“, verrät Redouan. Die „Service und Reparatur“-Gruppe baut auf Auftrag auch Pinnwände für den Unterricht. „Viele Kolleginnen lassen sich zudem ihre Kleidung von der Schülerfirma bügeln. Die Preise sind konkurrenzfähig“, so Lange.