Gustav-Heinemann-Schule Hagen

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Renovierung unseres Snoezelen-Raumes

An der Gustav-Heinemann Schule gibt es seit vielen Jahren einen so genannten Snoezelen-Raum. Der alte Raum war inzwischen sehr renovierungs- und überholungsbedürftig geworden, sodass eine dringende Renovierung anstand. Mit Hilfe einer Spende der Bezirksvertretung Eilpe-Dahl in Hagen und einer weiteren Unterstützung der Märkischen Bank konnten wir den Raum im Jahr 2014 neu ausstatten und mit einer Vielzahl an neuen Entspannungs- und Wahrnehmungsangeboten ergänzen.

                 
Für wen ist das Snoezelen-Angebot?
Es lassen sich drei Gruppen von Menschen einteilen, für die Snoezelen aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll sein kann:
  • Menschen, die Snoezelen als angenehme, lustvolle und entspannende Freizeitaktivität erleben
  • Menschen, die in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt sind und dadurch in ihrem Alltag eine Reizüberflutung empfinden
  • Menschen, die nicht genügend Anregungen ihrer Sinne erleben und daher in einer Welt der Reizarmut leben
 
Somit ist der Snoezelen-Raum für alle Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule eine wichtige Einrichtung. Besonders wird er aber von Schülerinnen und Schülern genutzt, die entweder im Alltag zu vielen oder zu wenigen Reizen ausgesetzt sind. Hierzu gehören vor allem schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler.
 
 
Hier ein Beispiel von drei Schülerinnen und Schülern aus der Gustav-Heinemann-Schule:

Julia:

Eine Schülerin mit geistiger Behinderung. Sie nutzt den Snoezelen-Raum, um sich von stressigen Situationen im Unterricht oder in der Pause zu erholen. Anschließend ist sie ausgeglichener und kann mehr Inhalte verarbeiten.

Torsten:

Ein Schüler mit einer Autismusspektrumsstörung. Er kann sich nur schwer von seiner Umwelt abgrenzen und benötigt regelmäßig Rückzugsmöglichkeiten, um wieder aufnahmefähig zu sein.

Anna:

Eine Schülerin mit schwerer geistiger Behinderung und Epilepsie. Sie zieht sich oft aus
der Umwelt zurück und benötigt dosierte Eindrücke, um diese verarbeiten zu können.
 
 
Was heißt snoezelen?
Snoezelen setzt sich aus den niederländischen Worten snuffelen und doezelen zusammen.
Snuffelen steht für die Sinneserfahrungen Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Riechen.
Doezelen umfasst positive, emotionale Zustände, also Geborgenheit, Schmusen, Wiegen, Körperkontakt und allgemeines Wohlbefinden. Mit Snoezelen wird also eine Freizeitaktivität beschrieben, in der alle Sinne angesprochen werden mit dem Ziel entspannend und erholend zu wirken. 
 
 
Wie wird gesnoezelt?
Der Snoezelen-Raum ist ein weiß eingerichteter Raum, der weitgehend abgedunkelt wird. Der Boden besteht u.a.  aus weichen Matten. Es finden sich Betten und Schaukeln, sodass sich jeder seinen individuellen Liegeplatz aussuchen kann. Jeder soll sich seinen Platz individuell mit Decken und Kissen einrichten können. Nun können die Sinne durch gezielte Angebote angeregt oder beruhigt werden. Lichteffekte stimulieren die visuelle Wahrnehmung. Musik und Traumgeschichten regen die auditive Wahrnehmung an. In der Schaukel kommt der Gleichgewichtssinn auf seine Kosten. Die taktile Wahrnehmung wird zum Beispiel durch Massagen mit dem Igelball oder auf dem Vibrationsboard gefördert.
 
Für die Gustav-Heinemann-Schule als Ganztagsschule ist es wichtig solche Entspannungsräume zu bieten. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Wahrnehmungsstörungen sind diese besonderen Angebote von Bedeutung.
 
 
Der Snoezelen-Raum an der Gustav-Heinemann-Schule…
Jeder Snoezelen-Raum ist individuell eingerichtet. Die Einrichtung hängt von den individuellen Vorstellungen einer Einrichtung und natürlich von den finanziellen Mitteln, die zur Verfügung stehen, ab. An der Gustav-Heineman-Schule ist der Snoezelen-Raum komplett in weiß gestaltet. Es gibt verschiedene Lichteffekte wie die Lichter- und Blasensäulen, die Lichtschläuche zum Anfassen, einen Farbprojektor mit verschiedenen Farbeffekten, eine Diskokugel für entsprechende Bewegungslichter im Raum, ein Vibrationsbett, ein Vibrationsbrett, eine schwere Decke zum „Sich spüren“, einen Beamer für individuelle Bildpräsentationen, natürlich eine Musikanlage für verschiedene Entspannungsmusikangebote und Fantasiereisen, viele Kissen und Decken, Sitzsäcke und eine Schaukel für die vestibuläre Stimulation.